Mittwoch, 22. März 2006
Bilder
Hallo,

heute gibt es nur ein paar Bilder.... Erzaehlungen folgen... Uebrings haben wir bei den alten Berichten gestern auch Bilder nachgereicht. Jetzt warten wir nur auf nette Kommentare ;)























Die bilder gibt's in gross hier:
http://rambo.physnet.uni-hamburg.de/~daniel/quebec/

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Dienstag, 21. März 2006
Wind in Ontario
Unsere restlichen Tage in Toronto waren noch sehr schoen, das Wetter hat sich gehalten - nur etwas windig wurde es. Am Montag haben wir morgens beim Fruehstueck eine Deutsche aus Freiburg getroffen - Doro, die sich unserer Tour in die Steam whistle Brauerei angeschlossen hat. Gegen 12 Uhr waren wir am Roundhouse, einer alten Servicestation fuer Dampfloks die aber seit ca. 20 Jahren nicht mehr in Betrieb ist. Stattdessen hat sich dort jetzt eine kleine Brauerei niedergelassen. Das Gebaeude ist komplett renoviert und fuer sechs Dollar gibt es Fuehrungen. Unser Fuehrer war Andrew, ein lustiger Kerl, der gleich um die Ecke wohnte und uns alles ueber das Steam Whistle Pilsener erzaehlte. Obwohl in Canada ueber 100 Zutaten im Bier erlaubt sind, brauen sie dort nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516. Toll! Die kostenlosen Proben waren offiziell auf 2 Glaeser beschraenkt, es wurden aber irgendwie 5 draus... lecker. Und wir waren alle ein bisschen betuedelt, obwohl es erst frueher Nachmittag war. Danach haben wir lecker mexikanisch gegessen. Toronto haben wir groesstenteils zu Fuss erkundet, wenn der Wind mal ganz kalt bliess konnte man die halbe Innenstadt auch unterirdisch abklappern. Unter all den Hochhaeusern der 2.8 Millionen Metropole sind Geschaefte, Bankfilialen und, wie es scheint, vor allem Foodcourts als grosse Plaetze mit Fastfoodverkaufsstand an Fastfoodverkaufsstand. Durch all diese unterirdischen Konsumorte schlaengelt sich ein Pfad, eine riesige Flaniermeile fuer den Winter. Meistens waren wir dennoch draussen, die einzige nennenswerte Ausnahme war das Royal Ontario Museum mit Austellungen von Aegypten bis Suedkorea...

Gleich um die Ecke von unserem Hostel gab es ein kleines Kino das guenstige Vorstellungen hatte. So haben wir im Flim Capote die Entstehungsgeschichte von "In Cold Blood" gesehen. Wir wussten vorher nicht, was uns erwarten wuede und haben dem Filmplakat nach eher auf eine Comoedie getippt. Vertippt! Der Film war aber sehr interessant und spannend.

Am Mittwoch haben wir unser schoenes Privatzimmer im Hostel dann verlassen und unseren Mietwagen am Bahnhof abgeholt. Wir haben einen schwarzen Chevrolet Cobalt bekommen, eine Klasse hoeher als bestellt (Comfort Class statt Economy Class). Schoener Wagen mit Spoiler und Tempomat. Und verbraucht hat er nur ca. 8l/100km. Bei Sonnenschein sind wir dem Q.E.W. (Queen Elizabeth Way) Highway nach Niagara Falls gefahren und haben direkt an den Faellen geparkt. Am canadischen Ufer war alles in einen Nebel aus Spritzwasser gehuellt und da es kanpp unter Null Grad und schattig war, haben sich ueberall Eiszapfen und ein weisser eisiger Schleier gebildet. Wir sind ein bisschen umherspaziert und dann ueber die Rainbow Bridge in die USA gelaufen. Die Benutzung der Bruecke an sich kostet schon 50 ct. DAzu kommt aber noch, dass man fuer das Tourivisum in die USA auf dem Landweg 6 Dollar bezahlen muss. (Ist das sonst bei den Flughafengebuehren dabei???) Na ja, wir haben das jedenfalls investiert und dann festgestellt, dass Niagara Falls im Staate New York ausgestoben war. Neben einem Souvenirladen der noch nicht mal passende Briefmarken verkaufen konnte (75ct - 4 Marken), hatte nur das Hard Rock Cafe auf, wo wir dann Mittag gegessen haben. Lecker - 10 Unzen Burger!!! Dann wollten wir die USA eigentlich schon wieder verlassen, haben zum Glueck aber noch einen kleinen Schlenker gemacht und so das Besucherzentrum des Niagara Falls State Parks gefunden und von dort aus einen Weg auf Goat Island. Die Insel trennt die American falls von den canadischen Horseshoefalls. Wir hatten also nochmal einen tollen Ausblick auf die rauschenden Wassermassen ohne im Spritzwasser zu stehen. Auf dem Rueckweg gab's im Besucherzentrum dann noch einen Film ueber die Geschichte der Faelle und dann haben wir uns endlich wieder zurueck nach Kanada aufgemacht. Es war kurz vor Sonnenuntergang und die letzten Sonnenstrahlen schienen ueber uns hinweg aufs Wasser, so dass sich im Nebel wunderbare Regenboegen bildeten. Mit diesen Eindruecken sind war dann ins Hostel gefahren. Wieder ein schoenes Hostel mit toller Kueche. Nur Teekannen gab es keine :(

Am Donnerstag ging es dann wieder auf den Hochweg. Ca. 500km lagen vor uns und nach knapp sechs Stunden Fahrt waren wir im Nichts. Genannt: Sudbury. Nachdem wir unser Motelzimmer im Traverlway Inn bezogen hatten, haben wir versucht im Strassenlabyrinth der Stadt ein Steakhouse zu finden. Obwohl wir die Adresse hatten, haben wir 45 Minuten gebraucht. Dafuer war's lecker und ausserdem unsere letzte Staerkung vor dem Mienengang. Um 6:30 am naechsten Morgen hat uns Richard Ford abgeholt und wir sind im Konvoi zur Creighton Miene gefahren. Mit uns sind noch drei andere Mienentouristen mitgekommen, die alle aus Sudbury waren. Insgesamt kommen pro Jahr circa 50 Nichtarbeiter zum Experiment in die Miene. Wir hatten also wahnsinniges Glueck, dass wir die Moeglichkeit dazu hatten. Bevor wir jedoch in die Tiefe fahren konnten sind wir mit Mienenkleidung - Helm, Stahlkappen Gummistiefel, Overall, Guertel, Handschuhe, Socken, T-Shirt und einer Mienenlampe mit grossem Akku - ausgestattet worden. Nachdem wir dann wie echte Mienenarbeiter ausgesehen haben, sind wir ins andere Gebaeude gelaufen (durch den Hof bei circa -15 Grad), in dem dann der Aufzug war. Zusammen mit den Mienenarbeitern und ein paar Angestellten des SNOlabs sind wir dann um 8:15 mit dem Aufzug - the Cage - in die Tiefe gefahren. Er schafft 2km in 3min. Wahnsinn! Man hat staendig einen leichten Druck auf den Ohren und schluckt am besten ununterbrochen, damit die Ohren offen bleiben. Im Level 6800 (feet Angabe) stiegen wir dann aus und begannen unseren 1,5km langen Fussmarsch zum Labor durch den alten, zum groessten Teil stillgelegten Abschnitt, der Miene. Alles war sehr spannend. Man merkt kaum, dass man so tief unter der Erde ist nur die Geraeusche sind wie aus dem Film und es hat an die 30 Grad. In den klimatisierten Bereichen ist es sehr angenehm, vorallem im Vergleich zu den Aussentemperaturen von -15 Grad, aber zum Labor hin haben wir dann schon ziemlich geschwitzt. Alles kein Problem... wir mussten ja eh unter die Dusche. Zuerst wurden die Stiefel grob vom Dreck gereinigt, dann musste man sich in einer Art Schleuse komplett von den Mienenklamotten befreien und ab in die Dusche, denn das Physiklabor in der Tiefe ist ein grosser Reinraum. Wir bekamen also nach der Dusche neue T-Shirts, neue Socken, einen Reinraumanzug, Schutzbrillen, ein Haarnetz und einen Schutzhelm. Wir waren also zu jeder Zeit GUT GESCHUETZT!! Und das Labor war es auch vor uns und unseren Schmutzpartikeln! Danach hatten wir eine interessante circa 4 Stunden lange Fuehrung durch das Labor. Der Weg zurueck an die Oberflaeche war nicht so problematisch - wieder zurueck in die Mienenklamotten, die 1,5 km durch die Miene laufen und dann wieder hoch mit dem Aufzug. Gegen 13 Uhr waren wir wieder an der Erdoberflaeche. Alles in Allem eine geniale Erfahrung!!
Den Nachmittag haben wir dann mit Schlafen verbracht und am abend sind wir nochmal in ein Rainbow Kino gegangen - Brokeback Mountain.

Vorgestern haben wir dann das Auto zurueck nach Toronto gebracht. Mit Tempomat durch Ontario - laaaaaangweilig! Ich hab sogar zwischendrin mal ne Stunde geschlafen. In Toronto haben wir dann noch eine Nacht im CoEdRoom im Hostel verbracht, bevor nach 9 Tagen EntZug unsere Reise mit demselbigen nach Quebec weiterging, wo wir jetzt sind und wieder einmal das schoenste Hostel der Welt haben. Es geht uns gut!

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Montag, 13. März 2006
Durch die Praerie in die Grossstadt
Ja, wir sind immernoch in Toronto. Fuer alle die unseren eigentlichen Reiseablauf im Kopf haben, ist das vielleicht jetzt ein bisschen ueberraschend, denn wir sollten schon nach Sudbury gefahren sein. Richard Ford, unsere Kontaktperson in Sudbury, hat aber den Besichtigungstermin der Miene kurzfristig auf Freitag verlegen muessen, da irgendwelche Arbeiten am Experiment oder Aehnliches an den anderen Tagen sind und wir keine Tour machen koennen. Der andere Termin haette uns zwar besser gepasst, aber wir konnten unseren Leihwagen ohne groessere Probleme und auch ohne zusaetzliche Kosten umbuchen. Das bedeutet nun fuer unsere Reise, dass wir in Toronto bis Mittwoch bleiben werden. Mittwoch frueh aufstehen und zu den Niagara Faellen fahren, dort eine Nacht bleiben werden und anschliessend nach Sudbury fahren, wo wir zwei Naechte verbringen und uns am Freitag die Miene angucken werden. Wir sind schon etwas nervoes und ganz aufgeregt.

In Winnipeg war es viel waermer als erwartet. Eigentlich sind fuer diese Jahreszeit Temperaturen um und bei -15 Grad angesagt, es war aber knapp 20 Grad waermer... Wir hatten also doofes Matschwetter, anstatt der erwarteten Schneepracht und der kalten Temperaturen, deshalb sind wir nur kurz draussen durch das Exchange District gelaufen und haben anschliessend einen laengeren Spaziergang duch eine ueberdachte Einkaufs- und Buerostrecke gemacht. Die gesamte Innenstadt ist durch solche Skywalks verbunden, damit man im Winter nich so frieren muss... haha. Den Tag haben wir dann mit einem Besuch im Imax beendet, wo wir uns Deep Sea 3D angesehen haben. War gut gemacht und teilweise ziemlich faszinierend. Erzaehler waren Kate Winslet und Johnny Depp. Irgendwie dachte ich, das Johnny Depp sich anders anhoert, aber egal...
Die Jugendherberge in Winnipeg war dafuer super gemuetlich und die Leute waren auch super nett. Viel besser als in Edmonton wuerde ich behaupten. Das doofe ist, dass unser Zimmer direkt an den Gemeinschaftsraum angeschlossen und es deshalb ziemlich laut war.
Immerhin war an unserem Ankunftstag der Assiniboine Fluss noch gefrohren, und ein Canadier - Hunter - hat uns mit zum Schlittschuhlaufen genommen. Zufaellig gab es zwei Paar Schlittschuhe im Hostel, die auch noch gepasst haben. Praktisch!


Nach unserer laengsten Zugfahrt - 30.5 Stunden - sind wir dann vorgestern in Toronto angekommen.
Hier haben wir unser bisher schoenstes Jugendherbergszimmer. Dafuer ist es auch doppelt so teuer wie die anderen. Wir haben ein eigenes Bad und die Betten sind supergemuetlich. Obwohl es eine Grossstadtjugendherberge ist, ist die Kueche und auch der Essbereich gemuetlich und man hat genuegend Platz. Sehr schoen, da koennen wirs auch noch ein bisschen aushalten.

Gestern haben wir hier in Toronto ein halbes Vermoegen ausgegeben. Zuerst das teure Zimmer bezahlt, dann sind wir auf den CN Tower gefahren, dann teures Bier beim Eishockeyspiel (Toronto Maple Leafs gegen Tampa Bay) getrunken und schliesslich haben wir noch lecker Chickenwings gegessen und Cocktail bzw Bier getrunken.

Wir haben viel Geld ausgegeben und noch mehr Spass dabei gehabt!

Heute gabs zum Fruehstueck Pancakes mit Maple Sirup und dann sind wir durch Toronto gelaufen. Wir hatten sowohl gestern, als auch heute schoenstes Wetter mit blauem Himmel und Sonnenschein bei etwa +10 Grad. Grandios!! Und total unerwartet!

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