Montag, 6. März 2006
Mit dem Zug in Alberta
Nach einem letzten Tag voller Sonnenschein in Vancouver haben wir letzten Dienstag gegen 17h den Zug #2 - The Canadian bestiegen. Die Sitze in der Comfort Class sind sehr bequem, man hat viel Beinfreiheit und kann die Lehne schoen weit zurueckstellen und dazu noch ein Fussteil ausklappen, so dass es kein Problem war im Zug zu uebernachten. Noch waehrend der Fahrt durch Vancouver wurde es draussen dunkel, nur ab und zu war ein Saegewerk am Schienenrand zu sehen. Bei Sonnenaufgang am naechsten Morgen waren wir schon mitten in den Rockies. Wir sind in den Skyline Wagen gegangen, ein Wagen in dem man etwas hoeher sitzt und der ringsrum Fenster und ein Glasdach hat. Neben dem Mount Robson - der hoechste Berg in Canada - haben wir noch zwei Elchkuehe und auch sonst eine wunderschoene Natur gesehen.

Bei bestem Wetter sind wir gegen 10:15 in Jasper angekommen - ca. eine Stunde frueher als geplant. Mit unseren Rucksaecken sind wir dann erstmal einkaufen gegangen, bevor wir uns ein Taxi zur 7 km entfernten Jugendherberge genommen haben. Die Jugendherberge ist etwas ausserhalb am Mount Whistler gelegen. Die Schlafraeume sind zwar sehr gross, dafuer ist die Kueche und der Gemeinschaftsraum sehr gemuetlich und gut ausgetattet. Wir haben jeden Abend nette Leute getroffen mit denen wir Gesellschaftsspiele gespielt oder Puzzels geloest haben.
An unserem ersten Tag in Jasper haben wir erstmal die Gegend um die Jugendherberge erkundet. Wir sind die Bergstrasse hinauf zu einer Gondel gelaufen, die im Winter leider ausser Betrieb ist. Trotzdem hatte man eine schoene Aussicht auf die umliegenden Berge. In der Jugendherberge lagen Broschueren ueber Hundeschlittenfahrten aus, und obwohl das sehr teuer sein sollte haben wir uns ueberlegt eine zu machen. Da wir nur noch zwei weitere Tage in Jasper geblieben sind hatten wir leider Pech, denn an diesen Tagen wurde keine Tour angeboten, da zu wenig Interessenten da waren.
Am Donnerstag sind wir dann auf eigene Faust losgezogen. Nachdem wir mit dem Schuttlebus des Hostels wieder in die Stadt gefahren sind, haben wir uns aufgemacht zum Lac Beauvert. Wir sind ca. 3h gewandert und haben dabei den gesamten See umquert (Susi: ich bin fuer umrunden ;)). Neben vielen Eichhoernchen und einem Specht sind wir auch einem Wapitihirsch (Cervus canadensis) (english: elk) und einem Wolf begenet. Den Nachmittag haben wir dann in der Stadt verbracht, wo wir eine schoene Baeckerei mit Cafe gefunden haben: Bear's Paw Bakery. In dieser Baeckerei gibt wohl die groessten und leckersten Cookies der Welt. Wir waren dann noch einkaufen, und da Susi nochmal aufs Klo wollte haben wir uns schon gegen halb fuenf zum Bahnhof aufgemacht, obwohl das Shuttle zurueck zur Herbege erst eine halbe Stunde spaeter fahren sollte. Zu unserem Glueck - am Bahnhof haben wir ein Fugblatt von Walks and Talks Jasper gefunden (http://www.walksntalks.com/), in dem Touren angeboten wurden, die uns sofort sympatisch waren. Wir sind dann noch schnell in den Laden gelaufen, und haben die Secrets of the Mysterious Maligne Valley Tour gebucht.
Am naechsten Tag hat uns dann Paula um kurz vor eins an der Jugendherberge abgeholt und zusammen mit ihrem Hund Scout - ein Golden Retriever - sind wir zunaechst in die Stadt gefahren um uns Langlaufskier auszuleihen und dann zum Maligne Canyon. Paula hat frueher fuer Parks Canada gearbeitet und Fuehrungen durch den Jasper National Park gegeben, doch Parks Canada hat diese Fuehrungen eingestellt und jetzt hat sie sich selbststaendig gemacht. Ihr Mann hat ein Skigeschaeft in der Stadt, in dem sie jetzt arbeitet, wenn sie keine Fuehrungen gibt. Dort haben wir auch unsere Skier ausgeliehen. Am Maligne Canyon haben wir und Aufsaetze mit Spikes unter die Langlaufschuhe geschnallt und sind erstmal eine knappe Stunde gewandert. Der Maligne Canyon ist der engste Canyon Canadas. Die Gegend um Jasper lag vor vielen Tausend Jahren unter einem Gletscher und dann auf dem Boden eines Sees. Der Canyon besteht aus Kalkstein in dem wir noch einige Fossilien entdecken konnten. In der ganzen Gegend gibt es viele natuerliche unterirdische Wasserkanaele, und deshalb auch viele Wasserfaelle im Canyon. Jetzt sind sie alle gefrohren und schimmern in einem leuchtenden Tuerkis Blau. Unter ihnen gluckert (gulgul) es, aber ansonsten ist es ganz ruhig... im Sommer soll es ein Rauschen und Spritzen sein. Nach diesem Ausflug und vielen Informationen ueber die Gegend sind wir weiter Richtung Beaver Lake gefahren. Dort gibt es eine Langlaufloipe, und da Paula noch gute Beziehungen zu Parks Canada hat wusste sie, dass die Loipe in exzellentem Zustand war. Die Loipen werden naemlich ca. einmal im Monat mit einer Maschine bearbeitet, damit die Spuren fuer die Skier schon da sind. Da wir beide noch nie Langlaufski gelaufen sind haben wir erstmal einen kleine Einfuehrung auf dem Parkplatz gekriegt und dann ging es los. Es ging sogar so gut, dass sie mit uns ueber den Punkt, an dem sie sonst mit Anfaengern umdreht, hinausgefahren ist. Am Beaver Lake gab es dann einen wunderbaren Ausblick ueber den See auf die Berge, die vom strahlenden Sonnenschein beleuchtet wurden. Bei dem Versuch ein Foto zu machen gab's dann den ersten Sturz - nachdem Daniel die Loipe verlassen hatte und mit den Skiern in den Tiefschnee gewandert ist.

Insgesamt hat es uns jeweils zweimal hingehauen, am bloedsten war aber Susis zweiter Fall - bei dem hat's ihre Hose zerrissen...
Hose: Kaputt
Am schoensten waren natuerlich die kleinen Abfahrtstrecken... eigentlich nimmt Paula fuer Anfaenger immer ebene Loipen, aber da wir das Abenteuer suchen wollten und die Loipe in so guter Verfassung war, sind wir auf eine mit Steigungen gegangen. Auf dem letzten Stueck kurz vor dem Parkplatz ging es dann ziemlich lange und relatv steil bergab. Huii, das war ein Spass... Eine etwas schaerfere Kurve hat dafuer gesorgt, das Daniel aus der Spur geraten ist und dann mit dem linken Ski in der rechten Spur und mit dem anderen daneben gefahren ist. Und Susi hat den gerade erwaehnten Sturz hingelegt. Scout ist die ganze Zeit froehlich nebenher gelaufen und Paula hat die Loipe repariert :) Alles in allem ein sehr gelungener Tag!
Nun stand uns unsere letzte Nacht in Jasper bevor. Da es aufs Wochenende zuging war das Hostel etwas voller. Viele Canadier sind zum Skilaufen gekommen und auch direkt neben uns war eine Horde Jugendlicher die sich noch ordentlich mit Gin und Bier betankt haben. Kurz vor 23h sind sie dann noch in die Stadt gefahren um weiterzufeiern, so dass wir wenigstens in Ruhe einschlafen konnten - bis wir dann gegen zwei von der besoffenen Bande geweckt wurden. Die Nacht war also etwas unruhig... Am naechsten Morgen gegen acht haben wir dann nur ein paar Klagen ueber Kopfschmerzen gehoert, aber die Leute sind troztdem tapfer zum Skilaufen gefahren.
Wir haben wieder unsere Sachen gepackt und sind mit dem Shuttlebus zum Bahnhof gefahren. Es ging weiter mit dem Canadian nach Edmonton. Obwohl drei Tage vergangen waren, haben wir nur einen Zug spaeter als den, mit dem wir gekommen sind, genommen. Der Zug faehrt nur drei mal die Woche und wir werden ueber eine Woche lang einfach jeden nehmen, der ostwaerts faehrt. Die Fahrt nach Edmonton hat nur kanpp 6h inklusive Verspaetung gedauert. Unterwegs haben wir noch ein paar Big Horn Sheep vorbeisausen gesehen und dann hatten wir auch schon die Rockies verlassen.


Der Bahnhof in Edmonton liegt leider ziemlich weit draussen, und eine Taxifahrt in die Innenstadt sollte ca. 18$ kosten. Zum Glueck haben noch mehrere Leute ein Taxi genommen und Susi hat eine Frau gefragt, ob wir zusammen fahren wollen. Die Frau war unterwegs zum Flughafen. Leider wusste sie nicht, dass der Zug von Jasper auch nach Vancouver faehrt. Frueher ging der Canadian naemlich ueber Calgary und
Banff und die Strecke Jasper-Edmonton wurde von einer Privatbahn bedient. Da sie eigentlich nach Vancouver wollte ist sie mit dem Zug nach Edmonton gefahren, um von dort aus nach Vancouver zu fliegen. Unsere Jugendherberge lag auf dem Weg zum Flughafen, und da es sich bei ihr um eine Dienstreise handelte hat sie uns einfach so fuer umsonst mitgenommen. Toll!
Die Jugendherberge in Edmonton ist im Stadtteil Old
Strathcona, dem alten Ortskern von Edmonton. Als die Stadt vor 101 Jahren Hauptstadt Albertas wurde haben hier 8000 Menschen gelebt. Heute leben hier ueber 800 000.
Da Susis Hose ja nun kaputt ist und auch gleich in Jasper entsorgt wurde, musste natuerlich eine neue her. Zum Glueck gibt es hier die West Edmonton
Mall, eine Mall, die von sich behauptet, die groesste der Welt zu sein. Komisch - in wie vielen groessten Malls der Welt wir schon waren... Naja, jedenfalls eine optimale Gelegenheit zum Hosenkauf. Nach 2 1/2
Stunden war das erledigt, und wir waren ko wie nach 2 1/2 Tagen Dauershopping. Vielleicht waeren wir sonst noch in das Erlebnisbad der Mall gegangen oder haetten die Schlittschuhflaeche in der Mall ausprobiert oder... oder... oder... Na ja, wir sind einfach zur Herberge gefahren und haben lecker gekocht und den Abend im Gemeinschaftsraum mit Puzzeln verbracht. Der ist uebrings nicht so schoen wie in Jasper... und
ueberhaupt laufen hier komische Leute rum. Diese werden wir wohl heute zum letzten Mal sehen, denn unsere Reise geht nun weiter nach Winnipeg. Wir steigen gegen 18:00 in den Canadian und werden diesen wieder fuer 16 Stunden unsere Herberge nennen.

Die Bilder zu diesem Teil unsere Reise werden wir moeglichst bald nachreichen.

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Montag, 27. Februar 2006
Via Duncan nach Vancouver
Nachdem wir noch ein paar schoene Tage in Victoria hatten, mit viel gutem Essen und schoenen brewpubs, in denen es selbstgebrautes Bier gibt, High Tea in Oak Bay, und einer Besichtigung des Maritime Museums, hat uns am Mittwoch Lindsays Vater abgeholt und wir sind zu Lindsays Eltern nach Duncan gefahren. Lindsays Mutter hat fuer uns gekocht und wir haben uns abends mit der Familie unterhalten. Am Donnerstag sind wir dann durch Duncan gefahren. Allerdings haben wir es nicht geschafft, den legendaeren groessten Hockeyschlaeger der Welt anzusehen. Schade. Ansonsten ist Duncan aber ein schoenes kleines Staedtchen und auch die Landschaft ringsrum ist toll. Wir haben dann eine 80 Jahre alte Bekannte von Lindsay in ihrem Haus direkt an der Kueste Besucht und dort noch einen Spaziergang gemacht. Duncan liegt an der Ostkueste von Vancouver Island, also hat man keinen Ausblick auf den freien Pazifik, sondern stattdessen in Richtung canadisches Festland. Wir konnten bis zu Saltspring Island gucken, einer Insel die wir auch schon aus dem Flugzeug sehen konnten. Abends wollten wir dann was typisch deutsches Kochen... da uns Schnitzel zu langweilig war, haben wir dann kurzerhand Cordon Bleu gemacht. Lecker, aber eine ganzschoene Sauerei... mit Kartoffelsalat.

Faehre nach Vancouver
Freitag sind wir dann schon um 6:30 aufgestanden, denn wir wollten die Faehre um 8:30 von Nanaimo nach Vancouver erwischen. Es war wunderschoenes Wetter und schon die Fahrt zur Faehre war schoen. Waehrend der Ueberfahrt hatten wir einen tollen Ausblick aufs Festland und die Berge und spaeter dann zurueck auf Vancouver Island. Ich (Daniel) habe fast die meiste Zeit auf dem Sundeck verbracht, nur zwischendurch zum Verdruecken der restlichen Cordon Bleus habe ich mich mal zu den Frauen gesetzt...
Auf der Faehre

Gegen 10:30 sind wir dann in Horseshoe Bay angekommen, von wo aus wir mit Sack und Pack in de Innenstadt und dann weiter zur UBC (University of British Columbia) gefahren sind. Kelties Freund Jon studiert dort Physik und hatte fuer uns eine Tour beim TRIUMF-Beschleuniger organisiert. Unsere Rucksaecke konnten wir in seinem Bureau abstellen unnd dann sind wir zum Beschleuniger gefahren. Sehr interessant. TRIUMF steht fuer TRI-University Meson Facility und ist ein grosses Zyklotron.

Jon hat uns angeboten, das wir unsere gesamte Zeit in Vancouver bei ihm verbringen koennen, das konnten wir natuerlich nicht ablehnen. Als Dank dafuer kriegt er heute abend ein Cacasonne Spiel von uns geschenkt, Jon mag naemlich Brettspiele und besonders die deutschen sind wohl sehr gut. Wir haben Freitag und Samstag schon Spieleabende gemacht und dabei hat sich herausgestellt, das er die Siedler von Catan gerne mag - aber nicht hat. Eigentlich wollten wir ja auch das besorgen... haben wir aber nicht.
Samstag und Sonntag haben wir im wesentlichen Downtown verbracht. Leider war das Wetter nicht so toll und gestern hat es dann irgendwann so geregnet, dass uns die Lust am Rumlaufen vergangen ist. Aber heute war es dann etwas besser und wir haben uns schliesslich Fahrraeder ausgeliehen und eine Radtour um den Stanley Park gemacht. Der Stanley Park ist eine riesiger Park direkt neben Downtown Vancouver und hat dabei fast die gleiche Groesse wie Downtown selbst.
Radfahren im Stanleypark
Lindsay ist gestern schon wieder nach Hause gefahren und auch wir werden schon morgen Abschied von Vancouver nehmen. Unsere Zugtickets haben wir schon abgeholt - sie kann also losgehen, die grosse Zugreise gen Osten.

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Dienstag, 21. Februar 2006
Victoria - die ersten Tage
Nachdem wir nun schon ueber zwei Tage hier sind, ist es mal wieder Zeit fuer ein kleines Update. Ich habe zwar wieder nicht so viel Zeit zum Schreiben, der letzte Beitrag war ja auch ziemlich uebers Knie gebrochen, aber schliesslich sind wir ja nicht zum Internetsurfen hier sondern zum Urlaub machen. Gestern (Sonntag) haben wir uns natuerlich erstmal Victoria angeguckt. Es war wunderbares Wetter, blauer Himmel und ueber fuenf Grad warm. Victoria ist eine schoene Stadt im englischen Stil mit einem kleinen Hafen und einem Grossen Parlamentsgebaeude (Vic ist die Hauptstadt von British Columbia).
Lindsay mit uns am hafen
Wir haben uns Chinatown angesehen, wo es eine Menge Laeden mit allem moeglichen Krams gibt. In einem haben wir ein komisches Getraenk mit schleimigen Kugeln getrunken... lecker :)

Abends sind wir dann ins "Swan's" gegangen, einer netten Kneipe mit Livemusik und gutem Essen. Lindsay hatte die Idee sich in Schale zu werfen, also sind sie, ihre Mitbewohnerin Keltie und Susi in schicke Kleider geschluepft...

Heute war dan schlechteres Wetter und wir waren im Royal BC museum. Dort war eine nette Austellung mit Bildern von Linda McCartney aus den 60ern. Ausserdem war viel interessantes zur Geschichter der Ureinwohner und der weissen Siedler zu sehen. jetzt wollen wir gleich wieder essen gehen, deshalb ist an dieser Stelle wieder Schluss. Ihr koennt Euch hier uebrings anmelden und Kommentare sind natuerlich jeder Zeit willkommen :)

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