Dienstag, 21. März 2006
Wind in Ontario
dansku, 03:10h
Unsere restlichen Tage in Toronto waren noch sehr schoen, das Wetter hat sich gehalten - nur etwas windig wurde es. Am Montag haben wir morgens beim Fruehstueck eine Deutsche aus Freiburg getroffen - Doro, die sich unserer Tour in die Steam whistle Brauerei angeschlossen hat. Gegen 12 Uhr waren wir am Roundhouse, einer alten Servicestation fuer Dampfloks die aber seit ca. 20 Jahren nicht mehr in Betrieb ist. Stattdessen hat sich dort jetzt eine kleine Brauerei niedergelassen. Das Gebaeude ist komplett renoviert und fuer sechs Dollar gibt es Fuehrungen. Unser Fuehrer war Andrew, ein lustiger Kerl, der gleich um die Ecke wohnte und uns alles ueber das Steam Whistle Pilsener erzaehlte. Obwohl in Canada ueber 100 Zutaten im Bier erlaubt sind, brauen sie dort nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516. Toll! Die kostenlosen Proben waren offiziell auf 2 Glaeser beschraenkt, es wurden aber irgendwie 5 draus... lecker. Und wir waren alle ein bisschen betuedelt, obwohl es erst frueher Nachmittag war. Danach haben wir lecker mexikanisch gegessen. Toronto haben wir groesstenteils zu Fuss erkundet, wenn der Wind mal ganz kalt bliess konnte man die halbe Innenstadt auch unterirdisch abklappern. Unter all den Hochhaeusern der 2.8 Millionen Metropole sind Geschaefte, Bankfilialen und, wie es scheint, vor allem Foodcourts als grosse Plaetze mit Fastfoodverkaufsstand an Fastfoodverkaufsstand. Durch all diese unterirdischen Konsumorte schlaengelt sich ein Pfad, eine riesige Flaniermeile fuer den Winter. Meistens waren wir dennoch draussen, die einzige nennenswerte Ausnahme war das Royal Ontario Museum mit Austellungen von Aegypten bis Suedkorea...
Gleich um die Ecke von unserem Hostel gab es ein kleines Kino das guenstige Vorstellungen hatte. So haben wir im Flim Capote die Entstehungsgeschichte von "In Cold Blood" gesehen. Wir wussten vorher nicht, was uns erwarten wuede und haben dem Filmplakat nach eher auf eine Comoedie getippt. Vertippt! Der Film war aber sehr interessant und spannend.
Am Mittwoch haben wir unser schoenes Privatzimmer im Hostel dann verlassen und unseren Mietwagen am Bahnhof abgeholt. Wir haben einen schwarzen Chevrolet Cobalt bekommen, eine Klasse hoeher als bestellt (Comfort Class statt Economy Class). Schoener Wagen mit Spoiler und Tempomat. Und verbraucht hat er nur ca. 8l/100km. Bei Sonnenschein sind wir dem Q.E.W. (Queen Elizabeth Way) Highway nach Niagara Falls gefahren und haben direkt an den Faellen geparkt. Am canadischen Ufer war alles in einen Nebel aus Spritzwasser gehuellt und da es kanpp unter Null Grad und schattig war, haben sich ueberall Eiszapfen und ein weisser eisiger Schleier gebildet. Wir sind ein bisschen umherspaziert und dann ueber die Rainbow Bridge in die USA gelaufen. Die Benutzung der Bruecke an sich kostet schon 50 ct. DAzu kommt aber noch, dass man fuer das Tourivisum in die USA auf dem Landweg 6 Dollar bezahlen muss. (Ist das sonst bei den Flughafengebuehren dabei???) Na ja, wir haben das jedenfalls investiert und dann festgestellt, dass Niagara Falls im Staate New York ausgestoben war. Neben einem Souvenirladen der noch nicht mal passende Briefmarken verkaufen konnte (75ct - 4 Marken), hatte nur das Hard Rock Cafe auf, wo wir dann Mittag gegessen haben. Lecker - 10 Unzen Burger!!! Dann wollten wir die USA eigentlich schon wieder verlassen, haben zum Glueck aber noch einen kleinen Schlenker gemacht und so das Besucherzentrum des Niagara Falls State Parks gefunden und von dort aus einen Weg auf Goat Island. Die Insel trennt die American falls von den canadischen Horseshoefalls. Wir hatten also nochmal einen tollen Ausblick auf die rauschenden Wassermassen ohne im Spritzwasser zu stehen. Auf dem Rueckweg gab's im Besucherzentrum dann noch einen Film ueber die Geschichte der Faelle und dann haben wir uns endlich wieder zurueck nach Kanada aufgemacht. Es war kurz vor Sonnenuntergang und die letzten Sonnenstrahlen schienen ueber uns hinweg aufs Wasser, so dass sich im Nebel wunderbare Regenboegen bildeten. Mit diesen Eindruecken sind war dann ins Hostel gefahren. Wieder ein schoenes Hostel mit toller Kueche. Nur Teekannen gab es keine :(
Am Donnerstag ging es dann wieder auf den Hochweg. Ca. 500km lagen vor uns und nach knapp sechs Stunden Fahrt waren wir im Nichts. Genannt: Sudbury. Nachdem wir unser Motelzimmer im Traverlway Inn bezogen hatten, haben wir versucht im Strassenlabyrinth der Stadt ein Steakhouse zu finden. Obwohl wir die Adresse hatten, haben wir 45 Minuten gebraucht. Dafuer war's lecker und ausserdem unsere letzte Staerkung vor dem Mienengang. Um 6:30 am naechsten Morgen hat uns Richard Ford abgeholt und wir sind im Konvoi zur Creighton Miene gefahren. Mit uns sind noch drei andere Mienentouristen mitgekommen, die alle aus Sudbury waren. Insgesamt kommen pro Jahr circa 50 Nichtarbeiter zum Experiment in die Miene. Wir hatten also wahnsinniges Glueck, dass wir die Moeglichkeit dazu hatten. Bevor wir jedoch in die Tiefe fahren konnten sind wir mit Mienenkleidung - Helm, Stahlkappen Gummistiefel, Overall, Guertel, Handschuhe, Socken, T-Shirt und einer Mienenlampe mit grossem Akku - ausgestattet worden. Nachdem wir dann wie echte Mienenarbeiter ausgesehen haben, sind wir ins andere Gebaeude gelaufen (durch den Hof bei circa -15 Grad), in dem dann der Aufzug war. Zusammen mit den Mienenarbeitern und ein paar Angestellten des SNOlabs sind wir dann um 8:15 mit dem Aufzug - the Cage - in die Tiefe gefahren. Er schafft 2km in 3min. Wahnsinn! Man hat staendig einen leichten Druck auf den Ohren und schluckt am besten ununterbrochen, damit die Ohren offen bleiben. Im Level 6800 (feet Angabe) stiegen wir dann aus und begannen unseren 1,5km langen Fussmarsch zum Labor durch den alten, zum groessten Teil stillgelegten Abschnitt, der Miene. Alles war sehr spannend. Man merkt kaum, dass man so tief unter der Erde ist nur die Geraeusche sind wie aus dem Film und es hat an die 30 Grad. In den klimatisierten Bereichen ist es sehr angenehm, vorallem im Vergleich zu den Aussentemperaturen von -15 Grad, aber zum Labor hin haben wir dann schon ziemlich geschwitzt. Alles kein Problem... wir mussten ja eh unter die Dusche. Zuerst wurden die Stiefel grob vom Dreck gereinigt, dann musste man sich in einer Art Schleuse komplett von den Mienenklamotten befreien und ab in die Dusche, denn das Physiklabor in der Tiefe ist ein grosser Reinraum. Wir bekamen also nach der Dusche neue T-Shirts, neue Socken, einen Reinraumanzug, Schutzbrillen, ein Haarnetz und einen Schutzhelm. Wir waren also zu jeder Zeit GUT GESCHUETZT!! Und das Labor war es auch vor uns und unseren Schmutzpartikeln! Danach hatten wir eine interessante circa 4 Stunden lange Fuehrung durch das Labor. Der Weg zurueck an die Oberflaeche war nicht so problematisch - wieder zurueck in die Mienenklamotten, die 1,5 km durch die Miene laufen und dann wieder hoch mit dem Aufzug. Gegen 13 Uhr waren wir wieder an der Erdoberflaeche. Alles in Allem eine geniale Erfahrung!!
Den Nachmittag haben wir dann mit Schlafen verbracht und am abend sind wir nochmal in ein Rainbow Kino gegangen - Brokeback Mountain.
Vorgestern haben wir dann das Auto zurueck nach Toronto gebracht. Mit Tempomat durch Ontario - laaaaaangweilig! Ich hab sogar zwischendrin mal ne Stunde geschlafen. In Toronto haben wir dann noch eine Nacht im CoEdRoom im Hostel verbracht, bevor nach 9 Tagen EntZug unsere Reise mit demselbigen nach Quebec weiterging, wo wir jetzt sind und wieder einmal das schoenste Hostel der Welt haben. Es geht uns gut!
Gleich um die Ecke von unserem Hostel gab es ein kleines Kino das guenstige Vorstellungen hatte. So haben wir im Flim Capote die Entstehungsgeschichte von "In Cold Blood" gesehen. Wir wussten vorher nicht, was uns erwarten wuede und haben dem Filmplakat nach eher auf eine Comoedie getippt. Vertippt! Der Film war aber sehr interessant und spannend.
Am Mittwoch haben wir unser schoenes Privatzimmer im Hostel dann verlassen und unseren Mietwagen am Bahnhof abgeholt. Wir haben einen schwarzen Chevrolet Cobalt bekommen, eine Klasse hoeher als bestellt (Comfort Class statt Economy Class). Schoener Wagen mit Spoiler und Tempomat. Und verbraucht hat er nur ca. 8l/100km. Bei Sonnenschein sind wir dem Q.E.W. (Queen Elizabeth Way) Highway nach Niagara Falls gefahren und haben direkt an den Faellen geparkt. Am canadischen Ufer war alles in einen Nebel aus Spritzwasser gehuellt und da es kanpp unter Null Grad und schattig war, haben sich ueberall Eiszapfen und ein weisser eisiger Schleier gebildet. Wir sind ein bisschen umherspaziert und dann ueber die Rainbow Bridge in die USA gelaufen. Die Benutzung der Bruecke an sich kostet schon 50 ct. DAzu kommt aber noch, dass man fuer das Tourivisum in die USA auf dem Landweg 6 Dollar bezahlen muss. (Ist das sonst bei den Flughafengebuehren dabei???) Na ja, wir haben das jedenfalls investiert und dann festgestellt, dass Niagara Falls im Staate New York ausgestoben war. Neben einem Souvenirladen der noch nicht mal passende Briefmarken verkaufen konnte (75ct - 4 Marken), hatte nur das Hard Rock Cafe auf, wo wir dann Mittag gegessen haben. Lecker - 10 Unzen Burger!!! Dann wollten wir die USA eigentlich schon wieder verlassen, haben zum Glueck aber noch einen kleinen Schlenker gemacht und so das Besucherzentrum des Niagara Falls State Parks gefunden und von dort aus einen Weg auf Goat Island. Die Insel trennt die American falls von den canadischen Horseshoefalls. Wir hatten also nochmal einen tollen Ausblick auf die rauschenden Wassermassen ohne im Spritzwasser zu stehen. Auf dem Rueckweg gab's im Besucherzentrum dann noch einen Film ueber die Geschichte der Faelle und dann haben wir uns endlich wieder zurueck nach Kanada aufgemacht. Es war kurz vor Sonnenuntergang und die letzten Sonnenstrahlen schienen ueber uns hinweg aufs Wasser, so dass sich im Nebel wunderbare Regenboegen bildeten. Mit diesen Eindruecken sind war dann ins Hostel gefahren. Wieder ein schoenes Hostel mit toller Kueche. Nur Teekannen gab es keine :(
Am Donnerstag ging es dann wieder auf den Hochweg. Ca. 500km lagen vor uns und nach knapp sechs Stunden Fahrt waren wir im Nichts. Genannt: Sudbury. Nachdem wir unser Motelzimmer im Traverlway Inn bezogen hatten, haben wir versucht im Strassenlabyrinth der Stadt ein Steakhouse zu finden. Obwohl wir die Adresse hatten, haben wir 45 Minuten gebraucht. Dafuer war's lecker und ausserdem unsere letzte Staerkung vor dem Mienengang. Um 6:30 am naechsten Morgen hat uns Richard Ford abgeholt und wir sind im Konvoi zur Creighton Miene gefahren. Mit uns sind noch drei andere Mienentouristen mitgekommen, die alle aus Sudbury waren. Insgesamt kommen pro Jahr circa 50 Nichtarbeiter zum Experiment in die Miene. Wir hatten also wahnsinniges Glueck, dass wir die Moeglichkeit dazu hatten. Bevor wir jedoch in die Tiefe fahren konnten sind wir mit Mienenkleidung - Helm, Stahlkappen Gummistiefel, Overall, Guertel, Handschuhe, Socken, T-Shirt und einer Mienenlampe mit grossem Akku - ausgestattet worden. Nachdem wir dann wie echte Mienenarbeiter ausgesehen haben, sind wir ins andere Gebaeude gelaufen (durch den Hof bei circa -15 Grad), in dem dann der Aufzug war. Zusammen mit den Mienenarbeitern und ein paar Angestellten des SNOlabs sind wir dann um 8:15 mit dem Aufzug - the Cage - in die Tiefe gefahren. Er schafft 2km in 3min. Wahnsinn! Man hat staendig einen leichten Druck auf den Ohren und schluckt am besten ununterbrochen, damit die Ohren offen bleiben. Im Level 6800 (feet Angabe) stiegen wir dann aus und begannen unseren 1,5km langen Fussmarsch zum Labor durch den alten, zum groessten Teil stillgelegten Abschnitt, der Miene. Alles war sehr spannend. Man merkt kaum, dass man so tief unter der Erde ist nur die Geraeusche sind wie aus dem Film und es hat an die 30 Grad. In den klimatisierten Bereichen ist es sehr angenehm, vorallem im Vergleich zu den Aussentemperaturen von -15 Grad, aber zum Labor hin haben wir dann schon ziemlich geschwitzt. Alles kein Problem... wir mussten ja eh unter die Dusche. Zuerst wurden die Stiefel grob vom Dreck gereinigt, dann musste man sich in einer Art Schleuse komplett von den Mienenklamotten befreien und ab in die Dusche, denn das Physiklabor in der Tiefe ist ein grosser Reinraum. Wir bekamen also nach der Dusche neue T-Shirts, neue Socken, einen Reinraumanzug, Schutzbrillen, ein Haarnetz und einen Schutzhelm. Wir waren also zu jeder Zeit GUT GESCHUETZT!! Und das Labor war es auch vor uns und unseren Schmutzpartikeln! Danach hatten wir eine interessante circa 4 Stunden lange Fuehrung durch das Labor. Der Weg zurueck an die Oberflaeche war nicht so problematisch - wieder zurueck in die Mienenklamotten, die 1,5 km durch die Miene laufen und dann wieder hoch mit dem Aufzug. Gegen 13 Uhr waren wir wieder an der Erdoberflaeche. Alles in Allem eine geniale Erfahrung!!
Den Nachmittag haben wir dann mit Schlafen verbracht und am abend sind wir nochmal in ein Rainbow Kino gegangen - Brokeback Mountain.
Vorgestern haben wir dann das Auto zurueck nach Toronto gebracht. Mit Tempomat durch Ontario - laaaaaangweilig! Ich hab sogar zwischendrin mal ne Stunde geschlafen. In Toronto haben wir dann noch eine Nacht im CoEdRoom im Hostel verbracht, bevor nach 9 Tagen EntZug unsere Reise mit demselbigen nach Quebec weiterging, wo wir jetzt sind und wieder einmal das schoenste Hostel der Welt haben. Es geht uns gut!
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lindsay,
Freitag, 24. März 2006, 03:37
Dear lord, where the hell did you get sled dogs?
Well, I haven't been keeping up with your blog (no insult, I haven't even been keeping up with my own blog - no posts since before you visited me) so the sled dogs are a definite surprise. It's good to see that you are having yourself quite the experience though. 23 years in Canada and I never got to try a dogsled . . .
I've been nicely behind in all my studies since spending reading break hanging around with you two, though I had too much fun and can't be bothered to regret it. This last week I missed all my classes entirely, and was sick with bronchitis. I tried this horrible cough syrup that was worse than just hacking up a lung, I swear . . . I thought the bad taste was more a joke because they brag about it in the commercials, but it was really the worst thing I ever tasted, including spoiled milk. I immediately brush my teeth afterwards, otherwise I wouldn't be able to handle it.
So, basically, the most interesting thing that happened to me since you two left was that cough syrup. I also went to see the movie 'V for Vendetta' and it was teriffic - make sure you see it in the theatre! Don't learn anything about it if you can help it, just go see it!
I'll write to you later, when I have something more interesting to say, beyond cough syrup.
-Lindsay
I've been nicely behind in all my studies since spending reading break hanging around with you two, though I had too much fun and can't be bothered to regret it. This last week I missed all my classes entirely, and was sick with bronchitis. I tried this horrible cough syrup that was worse than just hacking up a lung, I swear . . . I thought the bad taste was more a joke because they brag about it in the commercials, but it was really the worst thing I ever tasted, including spoiled milk. I immediately brush my teeth afterwards, otherwise I wouldn't be able to handle it.
So, basically, the most interesting thing that happened to me since you two left was that cough syrup. I also went to see the movie 'V for Vendetta' and it was teriffic - make sure you see it in the theatre! Don't learn anything about it if you can help it, just go see it!
I'll write to you later, when I have something more interesting to say, beyond cough syrup.
-Lindsay
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